Heute: Songtextpremiere! Lest das noch mal. Genau: SongTEXTpremiere. Genießt bei uns zum ersten Mal die Lyrics zu Rahels neuer Single "weidentier", die am Freitag erscheint. Dazu: Wie viel verdienen Team Scheiße mit Pfand? Und: Alice Costelloes Debütalbum klingt wie ein verwunschenes Haus. Kommt mit auf die Roomtour!
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ZWISCHEN ZWEI UND VIER live – alles, was ihr nie über Musik wissen wolltet!
Die Geburtstagsshow! Feiert mit uns 5 Jahre Musikmagazin fürs Mailfach! Gedichte, Fanfiction, Analysen, Live-Interviews, Geheimnisse der Musikindustrie... Das alles in einer Mischung aus TED Talk, Gesprächen mit Gästen und Musikquiz.
20. März, Colosseum Berlin
Es gibt Kuchen, es gibt Geschenke, es gibt vor allem 2 Stunden exzellente Unterhaltung: lustig, empörend, aufstachelnd und roh.
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Das sind unsere Gäste:
Alena Struzh Eingefleischte Newsletter-Fans wissen: 2023-2024 war Alena Teil von ZWISCHEN ZWEI UND VIER. Zu unserem Jubiläum lässt sie es sich nicht nehmen, mit uns auf der Bühne zu stehen und euer Wissen zu testen.
Tara Nome Doyle Die Berliner Musikerin ist eines Morgens aufgewacht und war – nein, kein Käfer – sondern ihr eigener KI-Klon. Und zwar ohne, dass sie davon wusste oder dem je zugestimmt hätte. Wie es sich anfühlt, auf einmal KI-Songs von sich selbst zu entdecken, wie das passieren konnte und was man dagegen tun kann, erzählt sie live im Interview.
Maia And The Squires LIVE MUSIKRosie schwärmt seit Monaten von dieser Shoegaze Band und deswegen bringen wir sie mit auf die Bühne. Klingt so und live wahrscheinlich ganz anders. Kommt und seid Nerds mit uns:
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PREMIERE, zweierlei! Es dauert nicht mehr lang, dann veröffentlicht Rahel, die Wiener Sängerin, die als Gemüse sicher ein Radieschen wär, neue Musik. Am 13. März erscheint ihre neue Single "weidentier" und hier bei uns könnt ihr jetzt schon vorab und exklusiv den Songtext lesen. Wir rasten aus! Ihr auch? Unsere erste Premiere, euer erster Kontakt mit dem neuen Rahel-Song.
Auf ihrem Debütalbum MINIANO ist Rahel mit ungewöhnlichen Formulierungen aufgefallen. Auch für neue Musik wird kaum mit einer Abkehr von ihrer größten Stärke zu rechnen sein: dem Einfangen der großen Welt in konkreten Miniaturen (siehe die Zwerghamster in "wo gehst du hin später" oder die zu engen Schuhe in "das kleine kasterl"). Wie der neue Song wohl klingen mag? Das dürft ihr euch bis Freitag selbst ausmalen. Summt diese Lyrics doch mal, wie ihr denkt. (Schickt Rahel vielleicht sogar eure Version?)
Recht viel Genuss beim Erforschen des neuen Liedtextes.
weidentier aggression doch eigentlich traurigkeit schau der tag trägt jetzt ein dunkles kleid eine münze liegt am nassen boden
ich hab dein kaugummipapierdel aufgehoben wer weiß wofür ich es noch brauchen können werde
und ich mach meine ohren zu heut lässt mich die ganze welt in ruh und ich mach meine ohren zu die ganze welt lässt mich in ruh aber leider auch du
meine träume sind gesäumt von entwurzelten tannen die wünsche verschüttet wie kostbarer apfelsaft der nacht manchmal würde ich so gern kotzen aber meistens fehlt dazu die kraft
hat hier noch irgendjemand so eine lust alles kreuz und klein zu schlagen
und ich mach meine ohren zu heut lässt mich die ganze welt in ruh und ich mach meine ohren zu die ganze welt lässt mich in ruh aber leider auch du
ich kann nicht schlafen mein wahn heißt warten ich werd nicht schlafen muss mit dir schlafen ich bin ein weidentier und du lässt mich nicht grasen ich kann nicht schlafen ich bin ein weidentier wir könnten so schön traben
und ich mach meine ohren zu heut lässt mich die ganze welt in ruh und ich mach meine ohren zu die ganze welt lässt mich in ruh aber leider auch du
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Den penetranten Refrain der Team-Scheiße-Pfandflaschenhymne "Rein Ins Loch" wird man lange nicht los, wenn man ihn einmal hört (oder es Kollegen im Büro singen, wann immer sie das Pfand wegbringen, Klemens, bitte hör auf damit!). Deswegen will ich jetzt wenigstens wissen: Was verdienen Team Scheiße mit den Pfandflaschen, die sie in diesem Song in den Automat werfen? – Melanie
Rein ins Loch, biep, rein ins Loch, biep Rein ins Loch, biep, rein ins Loch, biep Rein ins Loch, biep, rein ins Loch, biep Rein ins Loch, rein ins Loch, rein ins Loch, rein ins Loch Ohhh, ich muss langsamer reintu'n
"Plastikflaschen und Dosen, sammel' ich aufm Balkon", singt die Bremer Band begeistert auf ihrem Debütalbum ICH HAB DIR BLUMEN VON DER TANKE MITGEBRACHT (JETZT WIRD GEKÜSST). Weiter: "Im Supermarkt dann Code nach oben, ich freu' mich schon auf den Bon". Ist dieser Bon aber die Freude wert?
Die Zeile "Rein ins Loch" kommt 26 Mal im Lied vor. Wir wissen, dass der Protagonist “Plastikflaschen und Dosen” in den Automat füttert, was gut ist, denn die sind meist mehr Wert als Glasflaschen. Wir wissen nicht, in welchem Verhältnis Plastikflaschen und Dosen stehen. Wir rechnen also mal mit folgenden Szenarien:
Pfand Plastikflasche: 0,15 oder 0,25 Euro Pfand Dose: 0,25 Euro
Verhältnis 1:1 (13 x 0,25) + (13 x 0,25)= 6,50 (13 x 0,15) + (13 x 0,25)= 5,20
Verhältnis 2:24 (da sowohl Plastikflaschen als auch Dosen im Plural besungen werden, muss es mindestens zwei von jeder geben) (2 x 0,25) + (24 x 0,25)= 6,50 (2 x 0,15) + (24 x 0,25)= 6,30
Verhältnis 24:2 (24 x 0,25) + (2 x 0,25)= 6,50 (24 x 0,15) + (2 x 0,25)= 4,10
Wenn also jedes Zeile "Rein ins Loch" eine Pfandeinheit ist, kommen in diesem Lied mindestens 4,10 Euro, höchstens 6,50 Euro zusammen.
Ziel der Sammelaktion, auch das erfahren wir im Lied, ist eine Reise nach Thailand. Der Kontext lässt darauf schließen, dass es sich hier um die Altersvorsorge, also ein Auswandern, und nicht um eine Vergnügungsreise handelt.
Aber hast du noch irgendwie für die Zukunft was abgesichert oder nich'? Hast du irgendwas in Petto oder heheh Hehehe, ja, Dosen, ja Dosen Ich warte auf den Pfand Und fahr dann nach Thailand
Wenn wir außer Acht lassen, dass man vor Ort in Thailand auch von irgendwas leben muss, könnte sich unser Protagonist den Hinflug (aktuell ab 476 Euro) nach 74 bis 117 Pfanddurchgängen von "Rein ins Loch" leisten. (Sofern wir davon ausgehen, dass er das Pfandgeld ausschließlich dafür nutzt und für laufende Kosten andere Geldquellen hat.)
Ein Umstieg auf eine bestimmte Art Glasflaschen als Pfandquelle könnte die Sache sogar beschleunigen: Bügelflaschen bringen nämlich bis zu 60 Cent.
Da habt ihr's.
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PS: Mehr Tipps für schnelleren Reichtum liefert der Song "Der große Kölner Pfandflaschenbetrug" von Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen. Dieser beruht (wie so viele Songs der Liga) auf einem echten Fall, bei dem jemand mit nur einer Pfandflasche 45.000 Euro eingecasht hat.
PPS: Auch Andreas Dorau hat sich des Themas schon angenommen: "Flaschenpfand" setzt ganz unten an und erklärt noch mal, welche Pfandkategorien es gibt und worauf es beim Sammeln ankommt. Dieser Song wurde übrigens ebenfalls von Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen mitgeschrieben, müsste mal jemand forschen, was deren Faszination mit dem Thema ist. Also abgesehen von der Notwendigkeit, als heutige Musikschaffende Nebeneinkünfte zu haben (zynisch, Melanie, zynisch… aber deswegen nicht weniger wahr).
REAL TALK: Flaschen sammeln ist nicht lustig, sondern für viele überlebensnotwendig. Und dann wird Menschen das Pfandgeld von der Grundsicherung [sic!] abgezogen, während Reiche keine Steuern zahlen. Cool und normal.
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Wir kennen alle das Prinzip von 'Comfort-Listening', oder? Immer wieder dasselbe Album hören, weil man genau weiß, was man bekommt, und sich darin wohlfühlt. Nun, Alice Costelloes Single "Damned If You Do" brachte mir dieses Gefühl schon beim allerersten Hören. Der Song der Britin sagt zu meiner Seele klar und deutlich: "Ich bin dein neues Zuhause. Hier ist ein hübsch besticktes Kissen, dort habe ich dir eine kuschelige Höhle gebaut und ein dampfender Kakao steht auch schon bereit." So bildlich fühlt sich jeder Song dieses Debütalbums MOVE ON WITH THE YEAR an und fügt sich zu einem verwunschenen Heim zusammen. Ich gebe euch eine Roomtour. – Rosalie
Das Haus, in das wir hier eintreten, hat erstmal einen langen, langen Tunnel, der mit vielen verspielten Girlanden und weichen Vorhängen geschmückt ist, durch die man sich durchwuseln muss. Dieser Song baut sich sehr langsam auf und fühlt sich so an, als würde ich versuchen, etwas klar zu sehen. Jedes Instrument, jede Spur, die hinzukommt, schärft den Blick etwas mehr. Jeder Drummschlag ist ein weiterer süßer Stoffstreifen, den man beiseite schiebt. Am Ende ist da eine Tür, die mit einer riesigen Collage verziert ist, und die einen Spalt offensteht. Dahinter leuchtet es hell.
Das Foyer: How Can I Sobald sich die Augen an das Licht gewöhnt haben, zeigt sich ein großer Eingangsbereich, der Platz für eine Sitzecke hat. Der unruhige, unrhythmische Bass, der ab der zweiten Strophe eingestreut wird, klingt verzerrt und erinnert mich direkt an einen weitwinkligen Straßenspiegel, mit dem man um die Ecken schauen kann. So einer hängt oben an der Decke. Wenn einen mal die Paranoia packt, kann man darin aus sicherer Distanz den ganzen Eingangsbereich im Auge behalten. Der Titel hat eine angespannte Unruhe nach dem Motto hier-stimmt-doch-was-nicht-ganz. Im letzten Teil des Liedes löst sich dieses Misstrauen aber in Harmonien und einem zarten "You-hoo-hoo" auf und ich sehe den Spiegel in einem anderen Kontext: Es ist eine Geburtstagsparty. Menschen unterhalten sich aufgeregt in kleinen Gruppen, sitzen gemeinsam auf dem Sofa. Manche prosten einander zu und alle sind da, weil sie sich freuen, dass man wieder ein Jahr gemeinsam gealtert ist. Es wird getanzt. Ein junger Mann in einem gestreiften T-Shirt nickt auf dem Sofa langsam weg, während sich zwei andere über ihn hinweg über Teesorten unterhalten. Der Spiegel fängt alles ein: "I'm surrounded by love".
Rechts hinten führt eine Holzschiebetür in ein Wohnzimmer mit vielen Fenstern. An der Wand steht ein Regal voller Pflanzen. Ihre Namen sind in feinsäuberlicher Schreibschrift auf kleine Schilder geschrieben. Dieses Lied ist so sorgfältig: Alice singt hier, als würde sie uns ein Sachbuch vorlesen, bei dem jedes einzelne Wort wichtig ist. Die zweite Stimme klingt sehr artig, wie ein Echo, das einen nie einholen will und immer brav an die geraden Taktstriche gebunden ist. Die Pflanzen werden mit extra Glühlampen beleuchtet und mit Nährstoffen versorgt. Die einzelnen, Töne sind zart wie die frischen Triebe einer Forellenbegonie. Die bauchigen Klänge spiegeln natürlich die runden Pünktchen auf der Blattpflanze wider.
Vor dem Regal liegt ein weicher, dicker Teppich. Ein Glück, denn besonders schwere Gedanken, die einem die Tränen in die Augen treiben, hat man auf dem Boden. "Too Late Now" ist voll von nagenden Erinnerungen. Und trotzdem ist der Song versöhnlich, weshalb es der fluffigste Teppich sein muss, der da die Härte der Realität abfedert. Er gibt einem Sicherheit, diese Momente zu besuchen und abzuspielen. Während man hierin versinkt, streichelt man die weichen Fäden, spürt die Textur, zählt seinen Atem (1-2-3-4-5-6, wie schön Dreiertakte doch sind), bis man die Kontrolle zurückerlangt hat.
Quer durch den Eingangsbereich kommt man ins Schlafzimmer und dort steht ein großes Himmelbett. Es ist das erste große eigene Bett, das man selbst gekauft hat. Es ist ein ganz besonderer Rückzugsort, den man nicht nach den Wünschen oder Erwartungen von anderen (Partner*innen, Eltern) gestaltet hat. Man kann hierauf rumhüpfen ("Bam Bam Bam Bam Bam Bam"), aber sich auch genauso gut fallen lassen. Auf diesem Bett liegen handbestickte Kissen und das alte, zerliebte Kuscheltier hat einen Ehrenplatz. Dieses Bett ist nicht ordentlich, denn es passiert schließlich ziemlich viel in dem Song. Die liebevollen, handverlesenen Klänge fliegen nur so umher. Dieses Bett ist so voll von einer ungebändigten, kompromisslosen Persönlichkeit, es ist kein Bett eines Paares. Klar, Partner*innen dürfen hierin schlafen, Freund*innen übernachten, alle sind willkommen, aber es ist zu 100% das eigene Bett. Im Song geht es ums Heiraten: Will man? Soll man? Soll man wollen? Kann man es sich vorstellen? Kriegt man hier noch ein anderes Kissen unter?
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Grundriss vom Alice Costelloe Haus
Durch das Schlafzimmer kommt man durch einen kleinen Gang mit neuen Vorhängen in die schmale Küche. Die doppelten Holzfenster sind leicht beschlagen und an der Wand hängt ein Bild von einem Schwan mit einer Krone – schließlich klingt der Beat, wenn alle Instrumente spielen, fast ein bisschen mittelalterlich, da passen royale Schwäne rein. Der Song hat etwas von Gedankenkreisen, weil er so redundant erscheint. Der Chorus gibt einem keine harmonische Erleichterung, der Song geht hier nicht groß auf, man kommt nur kurz zurück zur Besinnung und konzentriert sich darauf, was man machen wollte, bevor man wieder mit leeren Augen aus dem Fenster schaut. Auf dem Gasherd steht eine Teekanne aus Emaille. Die Topflappen sind selbst gehäkelt. Der Abwasch ist nicht gemacht.
Wir sind noch immer in der Küche. Ganz oben auf den Hängeschränken stehen die Dinge, die man nur alle Jubeljahre mal braucht und die man, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, schon wieder vergessen hat. Es ist der Ballast und der Schrapel, hinter dem eine bessere Idee von sich selbst steckte. Manchmal schaut einen die Nudelmaschine von dort oben vorwurfsvoll an. "If I could reach you", denkt sie sich und seufzt jedes Mal enttäuscht, wenn man sich wieder Pesto-Pasta mit Spaghetti aus der Tüte macht.
Das Strand-Thema, das der Titel verspricht, ist auch musikalisch Programm. Das Auf und Ab der Flöte, der Beat, der betont anklingt und schnell wieder ausläuft, und die vielen anderen verebbenden Soundspielereien simulieren eine ruhige, stetige Wellenbewegung. Es gibt in dem Haus also eine psychedelische Vorratskammer. Statt eingelegter Gurken findet man hier Sandboden und Meerblick. Denn ein Screen, der wie ein Fenster in die Wand eingelassen ist, zeigt durchgehend Videoaufnahmen von einem nordenglischen Strand – nordenglisch, weil der Song am Ende mit einem tosenden Drone-Sound abschließt und das Meer dementsprechend etwas Unberechenbares an sich haben sollte.
Es muss ein verwinkeltes Hexenhaus sein, denn zu diesem Song erklimmt man von dem großzügigen Eingangsbereich aus ganz klar eine schmale, steile Treppe. Jeder Schlag eine Stufe. Mit dem Verlauf des Songs, der mit einem Stakkato (also einem harten, akzentuierten Rhythmus) beginnt, mischen sich mehr Synths und Flöten hinzu, die den Titel sanfter machen. Man findet sich am Ende der Treppe in einer kleinen, kuscheligen Ecke wieder. Mit einer Tasse Kaffee sitzt man unter einem Giebel und schaut aus dem Dachfenster. Ein perfekter Ort, um Menschen zu beobachten, Pläne zu schmieden, Entscheidungen zu treffen und sich zu überlegen, wie man weiterkommen möchte ("Move on with the year").
Am Ende sitzt man in der Badewanne, allerdings unter dem prasselnden Wasserguss eines anständigen Duschkopfs und nicht in einem eingelassenen Bad. Die Zeile "I don't wanna go back" mit der zweiten Stimme klingt hallend und glockenhaft, als würde sie aus einem gefliesten Raum kommen. Das Badezimmer ist klein, mit grünen Fliesen im Schachbrettmuster und rosa Teppichen. Das Licht ist warm, aber etwas zu schummrig, um sich hier gut schminken zu können. Eine Wasserpflanze baumelt von der Aufhängung des Duschvorhangs. Der Titel schwankt immer wieder zwischen niederschmetternden Bildern und einem versöhnlichen Abschied. Die letzten Zeilen lauten: "I'm gonna walk into the garden / And say my last goodbye". Das Gefühl von Loslassen ist so präsent in diesem Titel, dass es nur mit einer alles abwaschenden, befreienden Dusche gleichzusetzen ist. Danach kommt zwar kurz ein kalter Luftschock, doch ein weicher Bademantel belohnt den Mut, den es manchmal braucht, aus der Dusche zu klettern. Im Abfluss verschwinden derweil alle kleinen Mikropartikel, von denen sich der Körper trennen wollte.
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Küche vom Alice Costelloe Haus
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Hier kommt noch die Auflösung zum Rätsel aus der letzten Ausgabe. Habt ihr alle Artists gefunden?
Karla: Ohne Zitronenabrieb schmeckt das Gericht nicht. Da brauch ich doch gar nicht anfangen zu kochen!
Maja: Ich bestell Pizza. Hi, Dennis!
Dennis: Sorry, bin zu spät. Mein Hund kam nicht aus dem Bett. Er overthinkt bei dieser Kälte stundenlang das Aufstehen. Aber ich hab Olli Schulz mit Ski gesehen.
Maja: Auf Ski meinst du wohl.
Dennis: Nee, er hat sie über die Schulter getragen.
Karla: Immer noch besser, als wenn er seine Zeit mit Podcasting verbringt.
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Das war's für dieses Mal. Rosalie und Melanie haben sich getroffen, um Blockflöte zu spielen. Diese Pointe versteht ihr erst in zwei Wochen.
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Die nächste Ausgabe ZWISCHEN ZWEI UND VIER erscheint am 25. März.
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