20. Mai 2026
Ausgabe #119 Alles, was ihr nie über Musik wissen wolltet von Melanie Gollin und Rosalie Ernst. Das hier ist euer Musikmagazin fürs Mailfach, alle 14 Tage zwischen zwei und vier Themen. mehr erfahren
|
|
|
|
Heute: Wandern ja, aber nur mit dem richtigen Song: Was wir von Pina Palau über Bergregeln und Alpine Divorce lernen können. Dazu: Die Nummer 1 der ARD Schlagerhitparade ist was zum Wütendwerden. Und: Simone White und Daniel Benyamin waren drei Wochen auf DIY-Tour. Daniel zieht ein Fazit, macht Kassensturz und erzählt von seinem neuen Album, mit dem er auch wieder ein paar Vertriebsexperimente wagt.
An dieser Stelle können wir diesmal keine neuen Unterstützer*innen begrüßen. Turn on those sad songs. Denkt dran: Nur ihr macht den Unterschied.
Werft was in die Kaffeekasse oder kommt in unsere Community! Macht unsere Arbeit langfristig möglich, sichert Medienvielfalt und helft uns dabei, der Musikbranche ans Bein zu pinkeln!
|
ZWISCHEN ZWEI UND VIER gibt's jetzt auch als Podcast.
In der aktuellen Folge: Wir haben ein Osterei auf dem zweiten Album von Sizarr gefunden und hören mit euch rein. Außerdem spricht Philine Sonny mit uns übers Töpfern – die Listening Partys zu ihrem neuen Album VIRGIN LAKE hat sie nämlich ganz kuschelig im Töpferstudio gefeiert und erzählt, wie das gegen Einsamkeit hilft und wie awkward es sein kann, fremde Menschen zu umarmen.
Überall, wo ihr Podcasts hört.
|
In den Bergen scheinen die Sätze "Ich kann nicht mehr" und "Ich mach Schluss" nah beieinanderzuliegen. Unter dem Begriff 'Alpine Divorce' versammeln sich verschiedene Trennungsberichte, die sich im Schlagschatten der Berggipfel zugetragen haben sollen und in denen das Gipfelglück über der Beziehung, aber auch über der Sicherheit steht. Ich habe zum Phänomen einen guten Song gefunden. Hier geht es zwar nicht um eine gefährliche Trennung auf dem Pass, aber trotzdem um Selbstüberschätzung in der Natur. – Rosalie
Die Schweizer Musikerin Pina Palau singt in "Outdoor Guy", wie ihre Beziehung beim Zelten auf die Probe gestellt wurde: "Don't pretend you're an outdoor guy when you're not / You were the one who went to sleep in the car / Don't pretend you're an outdoor guy 'cause you're not / Crying like a baby in the dark".
Der Song passt damit hervorragend zu einem Trend, der meinen Feed (Ich bin ja nämlich wirklich ein Outdoorgirl (schreibt sie im Laptop-Café in Mitte).) kürzlich fest im Griff hatte. Die Rede ist von 'Alpine Divorce'. Unter dem Schlagwort versammeln sich zahlreiche Videos von Menschen, die sich in den Bergen trennen – also Szenen, wo jemand vorausstürmt bzw. zurückgelassen wird oder die Beteiligten unterschiedliche Wege gehen. Teilweise führt das auch zum Ende der romantischen Beziehungen. Dabei ist ziemlich auffällig, dass meistens der Typ seine Partnerin zurücklässt und damit beide in Gefahr bringt. Der Begriff 'Alpine Divorce' geht auf eine Kurzgeschichte von Robert Barr zurück, in der ein verheiratetes Paar, das mit seiner Beziehung unzufrieden ist, in den Schweizer Alpen wandern geht. Der Mann plant, seine Gattin von der Klippe zu stoßen, allerdings kommt sie ihm zuvor und springt in den Abgrund.
Bei Pina Palau und in den Instagram-Debatten geht es nicht mit ganz so viel Kalkül zu, aber dennoch ist das Phänomen nicht ungefährlich. Viele berichten vom rücksichtslosen Wanderverhalten der Expartner*innen zwischen Gipfeltouren und Lagerfeuern. Dass im Alltag eingespielte Teams in den Bergen zerbrechen, ist kein Wunder, denn beim Wandern stellt man sich oft körperlichen Herausforderungen und gerade im alpinen Terrain gibt es immer unkontrollierbare und gefährliche Parameter, die einen an die eigenen Grenzen bringen. Hinzu kommt die Charakterisierung vom alpinen Wandern als Mittel der Selbstoptimierung; die Jagd nach persönlichen Bestzeiten und das Gipfelkreuz als einziges Ziel jeder Tour. Doch selbst wenn man mit feinsten Wanderbedingungen startet und körperlich fit und erfahren ist, ist ein Gelingen der Tour nie garantiert. Im Gefahrenschatten und Konkurrenzdruck der Bergspitzen verlässt viele Menschen demnach die Rücksicht, Fürsorge und die Fähigkeit zur Kompromissbereitschaft, sodass einfach das eigene Tempo durchgezogen wird und Partner*innen zusehen müssen, wo sie bleiben.
|
|
Die klassischen Bergregeln Die stärkere Person orientiert sich an der schwächeren und Gemeinsam ankommen oder gemeinsam umkehren
scheinen nicht mehr zu zählen. Spätestens beim Bruch von Regel 2 ist die Sache bitterer Ernst. Denn die Berichte, die sich unter #alpinedivorce sammeln, sind auch eine Reaktion auf den Fall, der sich im Januar 2025 am Großglockner zugetragen hat. Hier hatte Thomas P. seine Partnerin zu einer Gratwanderung des österreichischen Berges überredet, und sie dann etwa 50 m unterhalb des Gipfels zurückgelassen, wo sie schließlich erfror. Nun wurde der Wanderer wegen grob fahrlässiger Tötung verurteilt. In den vielen Berichten zum Thema (zum Beispiel gesammelt vom Bergführer Michi Wohlleben) gehen die wenigsten Fälle tödlich aus, doch es zeichnet sich ein Bild ab, in dem meistens der männliche Part die eigenen Leistungsziele am Berg über die gemeinsame Erfahrung und die Sicherheit der Wandergruppe stellt. Bei Pina Palaus "Outdoor Guy" prallen vor allem Selbstbild und Realität krachend aufeinander. Man stellt sich eine Trekkingtour romantisch, abenteuerlich und spannend vor, vergisst aber, dass im Sommer die Mücken am wunderschönen Zeltplatz mit Seeblick herumschwirren, oder dass mit einer Höhentour auch viel Risiko einhergeht. Das wird einem spätestens auf einem steilen Pass schlotternd bewusst. Ein ebenso guter Hinweis wie Pina Palaus "Don't pretend you're an outdoor guy when you're not" kommt vom Folk-König himself. In Bon Ivers "PDLIF (Please Don't Live In Fear)" geht es im Duett von Justin Vernon und Kacy Hill um vereinnahmende Ängste. Vernon singt: "Think we on the wrong track somehow, I'd be good to fall back." Obwohl Kacy Hill nicht wortwörtlich sagt "Wir drehen gemeinsam um", lässt sie den zweifelnden Vernon nicht allein und spricht ihm beharrlich gut zu. "PDLIF" beschreibt nicht, dass man Ängste ignorieren oder über die eigenen Grenzen gehen soll. Viele eher appelliert der Titel daran, sanft zu sich selbst zu sein und nach Hoffnung zu suchen. Am besten gemeinsam.
|
|
An der aktuellen Spitze der ARD Schlagerhitparade steht das Duo Sunrise mit ihrem Song "Loreen". Und der macht mich rasend. – Melanie
Sunrise also. Und ihr dachtet, Fantasy wäre der Endgegner. Dieses Projekt wirft schon wieder viele Fragen auf. Ich meine nicht die gehässigen wie “Wer hört sowas?” – offensichtlich ist der Markt dafür groß, das zeigen die Zahlen und die Kommentare unter den Social Posts. "❤❤❤ Klasse Jungs 😢😊ein super Song und wieder ein wahrer Text ❤❤❤❤❤", schreibt KirschKerstin zu "Loreen". Im Lied geht es um eine Frau, die sich nach einem One Night Stand keine Fortführung der Romanze vorstellen kann. Was KirschKerstin fühlt, kommentiert Matt ganz anders: "Ganz ehrlich? Ich hab da nur breit gegrinst! 😏 Für mich klingt das nicht nach Liebeskummer, sondern nach dem absoluten Idealzustand! Einmal Vollgas-Flirt und am nächsten Morgen wieder absolute Ruhe im Karton – besser geht's doch gar nicht, oder? Vielleicht solltet ihr den Song für mich nochmal als 'Freiheits-Hymne' remixen!" Es scheint sich hier eine Bandbreite an Identifikationspotenzial zu finden.
Mich fasziniert die Diskrepanz zwischen Nummer 1 in der Schlagerhitparade und Bühnenauftritten, die so aussehen. Das lässt mich wieder vermuten, dass es eine Welt außerhalb des Pop-Mainstream-Tellers mit ganz eigenen Regeln gibt. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.
Ich habe nämlich unverhältnismäßige Wut auf was ganz anderes. (Und das sagt ja mal wieder mehr über mich aus als über den Song, BUT STILL.)
Wie würdet ihr Loreen aussprechen? Deutsch = Lohrehn oder English = Luhriehn?
|
|
LORRAINE! Das ist doch ein ganz. anderer. Name!
|
Es war eine ungewöhnliche Tour, auf die sich Simone White und Daniel Benyamin im Februar 2026 begeben haben: Weil sie die Schnauze voll hatten, dass etablierte Venues ihre Konzerte wegen schlechtem Vorverkauf absagen, spielten sie stattdessen lieber in Kleinstädten in Bars, Restaurants oder Geschäften. Ob das eine gute Idee war? Hier lest ihr das Fazit. – Melanie
In Ausgabe #113 hat uns Daniel Benyamin vom Vorhaben erzählt, lieber viele kleine Konzerte in kleineren Städten zu spielen und dort auf spontanes Publikum zu hoffen, als Angst vor Konzertabsagen in bekannten Venues zu haben, weil größere Veranstalter keine Risiken mehr eingehen können. Der Grundgedanke: Dahin gehen, wo Leute nicht übersättigt sind und richtig Lust haben, mal was auszuprobieren. Jetzt sitzt er wieder in seinem Bungalow in Griechenland und erzählt uns, ob sich das ideell und finanziell gelohnt hat.
Und er erzählt von seinen nächsten Plänen: sein neues Doppelalbum LIFE AFTER MUSIC wird mit einer Art Anti-Marketing veröffentlicht. Es ist gerade erschienen, aber Warum man sich damit eigentlich ins eigene Knie schießt – oder eben nicht:
Hast du die Tour gut überstanden? Daniel: Auf jeden Fall. Wir haben ja vorher gedacht, es werden sicher ein paar Flops dabei sein, aber es war nicht so. Bei ein paar Gigs hätten es ein bisschen mehr Leute sein können. Aber alles in allem war es cool. Ich glaub schon, dass das für kleine Acts wie uns die Zukunft ist: In neuen Locations spielen, die teilweise ja auch noch nie so richtig Konzerte gemacht haben.
Wie war das Feedback der Locations? Vier der Locations haben schon gesagt, dass sie das regelmäßig machen wollen. Wär natürlich toll für die Artists von unserem Label Ghost Palace Records, wenn wir irgendwann 20-30 kleine Locations in verschiedenen Städten hätten, wo wir die immer hinschicken können, wie so ein Auftrittsabo. Dafür würde es sich auch lohnen, von Amerika herzufliegen. Wir haben aber auch versucht, es für die Veranstalter so nett wie möglich zu machen. Manch eine Profi-Band regt sich schon auf, wenn jemand nicht weiß, was eine DI-Box ist. So kannst du da in diesen Locations nicht ankommen, da musst du aus dem, was da ist, das Beste machen. Und dann ist es cool und die Veranstalter sind mega dankbar. Dieser eine Laden in Wiesbaden hat sogar noch Getränke eingekauft, verkauft und uns die Gewinne gegeben – nicht nur das Geld aus dem Hut, den wir immer rumgegeben haben. Die waren total happy. Da reden wir auch noch mal von ein paar Hundert Euro extra für uns.
Gute Überleitung: Facts auf den Tisch, was habt ihr mit dieser Tour verdient? Eine genaue Zahl kann ich gar nicht nennen, weil uns zwischendurch auch jemand ins Auto gefahren ist – das rechnet man nicht mit ein, aber kann sein, dass das jetzt noch in die Ausgaben mit reinkommt. Wenn man das mal wegnimmt, haben wir alle für die Tage, die wir auf Tour waren, Mindestlohn bekommen. Simone, ich und bei einigen Gigs noch zwei weitere Musiker. Die Einnahmen aus dem Hut, Merch und der Verkauf von den alten Alben. Damit haben wir zwei Wochen full-time Booking und 3 Wochen Tour finanziert. Aber natürlich nur nach meinem Maßstab "Bin froh wenn ich pro Arbeitstag 'nen Hunni bekomme."
Mein Schlagzeuger und ich sind die einzigen, die voll von der Musik leben, alle anderen haben noch andere Jobs. Ohne das wär sowas trotzdem schwierig. Aber ich hab in jedem Ort das Gefühl gehabt, die Leute haben wieder Lust auf kleine Konzerte. Die haben Bock auf die echten Sachen, wo man auch mal unangenehm jemandem Hallo sagen muss. Vielleicht liegt das an der Kleinstadt, aber auch in den größeren Städten war das zu spüren.
Woran hast du das festgemacht, haben die dir das gesagt? Zum einen haben sie das direkt gesagt, und ich hatte das Gefühl, die Stimmung war viel besser. Die Leute waren vorbereitet, haben teilweise die neuen Songs mitsingen können, und waren irgendwie befreiter. Meinen neuen Song "Holding Hands" hab ich immer mit einer Ansage über die Problematiken von KI und Musikmachen eingeleitet. Sonst mach ich wenn überhaupt nur blöde Witze auf der Bühne, aber da war es mir wichtig, ganz unzynisch zu sagen: “Es kommt jetzt auf die Menschlichkeit und den Zusammenhalt an. Deswegen hab ich hier jetzt mal einen Song, der ganz simpel aus diesem Gefühl besteht.” Da hab ich teilweise Standing Ovations bekommen für diese Ansage. Da ist ein Aufschwung zu spüren.
|
|
Stereotypische Frage: Hast du einen Unterschied zwischen den Ost- und West-Bundesländern gemerkt? In den 90ern hab ich mit meiner Punkband die übelst geilen Ost-Konzerte gespielt, wo die Leute noch wirklich begeistert waren. Cooler Westen, feuriger Osten, sag ich mal. Bei Punkrock ist das was anderes, aber so ein bisschen hab ich das Gefühl noch. Aber "der Osten"... die Klischees stimmen halt alle nicht. Wenn, dann sind die Deutschen allgemein kartoffelig und man muss ein bisschen arbeiten, die für sich zu gewinnen. Aber dann!
Mich erinnert eure Tour ein bisschen an die Konzertkultur in der DDR. Da hatte jedes Kaff ein Kulturhaus und du konntest im hintersten Dorf Karat sehen, weil alle Bands überall gespielt haben. Nicht nur in den Großstädten. Und man weiß, wie viel das Fehlen von Kultur gesellschaftlich ausmacht… Ich seh das hier in Griechenland auch, ich seh das in Italien. Die Großstädte sind überversorgt, da kommen die Leute nicht so einfach aus ihren Hütten raus zum Konzert. In Italien gibt es in jeder kleinen Stadt ein Kulturzentrum oder eine Bücherei, da kommen dann bei den Veranstaltungen gut und gerne 150 Menschen zusammen.
Erzähl von deinem neuem Doppelalbum LIFE AFTER MUSIC. Du hast bereits erwähnt, dass du dich mit dem Effekt von KI auf die Gesellschaft und auf dein Musikerdasein beschäftigt hast. Und du lädst die Songs jetzt nur nach und nach auf die Streamingservices hoch – in vier Blöcken als EPs, die den Vinylseiten entsprechen. Das neue Album hat vier Seiten, die auch vier verschiedene stilistische Richtungen haben. Die lade ich jetzt einzeln hoch. Vielleicht krieg ich damit mehr Reichweite, weil es quasi vier Releases sind. Aber der erste Gedanke war mein Hörerlebnis von früher: Ich habe die erste Seite der Vinyl sofort nochmal und nochmal gehört und dann nach zwei Wochen erst umgedreht. 5-6 Songs ist auch die Aufmerksamkeitsspanne für nerdige Hörer wie mich.
Wer direkt das ganze Album kaufen will, kann es auf Vinyl haben – auch das machst du den Hörer*innen aber schwer. Du bietest es vorerst nicht in deinem Shop an, sondern sagst, man soll in den lokalen Plattenladen gehen und das dort bestellen. Ich biete es irgendwann schon an. Aber die ersten zwei Monate soll es das nur in Plattenläden geben. Finanziell wär es besser zu sagen: Kauft die Vinyl alle bei mir. Ganz klar. Aber es muss jetzt halt auch mal weh tun. Diese paar Läden, die es jetzt noch gibt, die müssen sichtbar werden. Ich rette die damit auch nicht, aber vielleicht gehen meine dreieinhalb Hörer pro Stadt ab jetzt immer dorthin und bestellen nicht mehr im Internet.
Ich bin auch der Meinung, dass jetzt einige Sachen wehtun müssen und werden, aber muss man für solche Aussagen nicht einen sicheren finanziellen Background haben? Oder anders gefragt: Daniel, bist du eigentlich reich und kannst das alles nur deswegen machen? Genau das Gegenteil: Ich bin arm und deswegen kann ich das machen. Ich hab vor 10-15 Jahren mit meiner Band Sea+Air mal Glück gehabt. Da haben wir plötzlich fünf Jahre relativ viel Geld verdient. Davon hab ich die Hälfte dieses Hauses gekauft und einen kleiner Puffer, mit dem ich überleben kann, wenn's scheiße läuft. Altersvorsorge hab ich nicht, weil ich auch weiß, ich werde arbeiten bis ich krank werde oder umfalle.
Bei meinen Mitmusikern hab ich erlebt, dass die irgendwann kompromittiert wurden von den Jobs, die sie dann anderweitig hatten. Wenn du mal 3.000 Euro verdienst, machste das hier nicht mehr. Ich verdiene unter 1.000 Euro monatlich und hab einen Weg gefunden, wie ich damit klarkommen kann. Dafür muss man sich halt entscheiden. Mir ist Geld nicht wichtig, die Aktion ist wichtig.
Gibts sonst noch was, was du zum Album erzählen möchtest? Oder zu Revolutionsplänen der nächsten Monate? Ich stell grad für mich selber fest, dass ich aufpassen muss, dass es nicht so rüberkommt, als wär da zuerst der politische Gedanke da gewesen. Die Grundidee vom Album war eine künstlerische. Ich hab mir Gedanken darüber gemacht, dass einige Leute immer wieder meinten, meine Musik wäre so traurig. Aber ist meine Musik traurig oder sind die Leute traurig? Melancholisch: ok, aber traurig? Das ist ja eher was, was es mit dir macht. Darüber wollte ich ein Album machen: Ob man mit Einsamkeit klarkommt, ob Stille inspirierend sein kann. Ich hab auch überlegt, ob es meine Musik noch braucht, ob ich irgendwas Besonderes mache. Dann kam KI – was kann ich, was KI nicht kann? Damit kam diese politische Ebene rein. Ich hab eine Seele, ich bin kreativ, KI kann nur rechnen.
|
Das war's für heute. Rosalie hat soeben den ersten ZWISCHEN ZWEI UND VIER-Workshop gegeben. Auf der TINCON hat sie mit Jugendlichen aktives Hören geübt. Dabei stellte sie fest: Auch mit 13 kann man schon ein Rolling Stone Man sein. Melanie wundert das nicht, sie war ja auch schon mit 17 ein 60-jähriger Schlager-Fan.
Nächsten Mittwoch hören wir uns im Podcast. Die nächste Mail-Ausgabe ZWISCHEN ZWEI UND VIER kommt am 3. Juni. Hast du dich gut unterhalten gefühlt, was gelernt oder neue Musik entdeckt? Schmeiß was in unsere Paypal-Kaffeekasse oder:
|
|
|
|
|